Pressegespräch zur Verleihung des Geschwister-Scholl-Preises 2010 an Joachim Gauck

Aus der Presse-Einladung:

Montag, 29. November 2010, 14 Uhr,
Senatssaal der Ludwig-Maximilians-Universität
Pressegespräch zur Verleihung des Geschwister-Scholl-Preises 2010 mit Joachim Gauck, Geschwister-Scholl-Preisträger 2010, Wolf Dieter Eggert, Vorsitzender des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels – Landesverband Bayern e. V. und Vorsitzender der Jury Geschwister-Scholl-Preis 2010, sowie Kulturreferent Dr. Hans-Georg Küppers, 2. Vorsitzender der Jury des Geschwister-Scholl-Preises 2010.

Der mit 10.000 Euro dotierte Geschwister-Scholl-Preis wird jährlich für ein Buch verliehen, das von geistiger Unabhängigkeit zeugt und das geeignet ist, bürgerliche Freiheit, moralischen und intellektuellen Mut zu fördern und dem verantwortlichen Gegenwartsbewusstsein wichtige Impulse zu geben.

Bilder vom Pressegespräch:

v.l.n.r.: Dr. Hans-Georg Küppers, Joachim Gauck, Wolf Dieter Eggert

v.l.n.r.: Dr. Hans-Georg Küppers, Joachim Gauck, Wolf Dieter Eggert

Joachim Gauck
Joachim Gauck
Joachim Gauck

Joachim Gauck

v.l.n.r.: Dr. Hans-Georg Küppers, Joachim Gauck
v.l.n.r.: Dr. Hans-Georg Küppers, Joachim Gauck
Joachim Gauck mit seinem Buch

Joachim Gauck mit seinem Buch „Winter im Sommer – Frühling im Herbst“

Joachim Gauck, Geschwister-Scholl-Preisträger 2010

Joachim Gauck, Geschwister-Scholl-Preisträger 2010

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Die Jury begründete ihre Entscheidung so:

„Der Geschwister-Scholl-Preis 2010 wird Joachim Gauck für sein Buch ‚Winter im Sommer – Frühling im Herbst‘ verliehen. Es ist die Autobiografie eines Mannes, der wie wenige andere über seine Opposition zur DDR-Führung und die Aufarbeitung des DDR-Unrechts identifiziert wird.

Der Theologe Gauck war erster Bundesbeauftragter für die Unterlagen der Staatssicherheit. Im Juni 2010 wurde Joachim Gauck überraschend zum Kandidaten für das Bundespräsidentenamt vorgeschlagen, er stellte sich zur Wahl, unterlag, seine Kandidatur aber hat eine Debatte ausgelöst, die auf ungewöhnlich deutliche Weise politische Sehnsüchte und Verwerfungen im Lande offen legte. Mit seiner klaren Haltung in Leben und Werkragt Joachim Gauck aus dem politischen und gesellschaftlichen Mainstream heraus.

20 Jahre nach der Wiedervereinigung sind die Debatten darüber, ob die DDR nun ein Unrechtsstaat gewesen sei oder nicht, noch voll im Gang. Joachim Gauck zeigt in seinem Buch, dass für ihn die Antwort ganz einfach ist: Die DDR-Führung nahm ihren Bürgern die Freiheit und das war unrecht. Die Freiheit ist ein hohes Gut, die engste Verwandte der Menschenwürde.

‚Doch ich wollte und will mir jene warme und tiefe Zuneigung zur Freiheit erhalten, die wohl nur versteht, wer sich lange und intensiv nach ihr gesehnt hat und in ihr magnetisches Feld geraten ist‘, schreibt Gauck. Sehnsucht nach Freiheit – dies ist der Geist, der geeignet ist, dem Gegenwartsbewußtsein wichtige Impulse zu geben, und in dem auch die Geschwister Scholl gehandelt haben.“

Die Verleihung des Preises fand im Rahmen einer geschlossenen Festveranstaltung am Abend des 29. November in der großen Aula der Ludwig-Maximilians-Universität München statt.